GZ-Bericht vom 27. Juni 2008

Tenniswelt dreht in alten Bahnen

Eine klare Ratsmehrheit für den Verbleib der Vereine in Bad Harzburg und Harlingerode zeichnet sich ab
BAD HARZBURG. Die Tenniswelt der Kurstadt gerät nicht aus den Fugen: Nachdem sich CDU und FDP klar positioniert haben, ist abzusehen, dass sowohl die Tennisplätze am Stadtpark als auch jene in Harlingerode erhalten bleiben. Ein teurer Neubau in Westerode hat keine Chance.
Der Berg kreißte lange und heftig und gebar dann nicht einmal eine Maus. Eigentlich ist die jahrelange Debatte lediglich ein weiteres zähes Kapitel in der unendlichen Geschichte der Bad Harzburger Suche nach Hotelinvestoren. Sie hat nun aber immerhin durchaus noch die Chance, als längster Sturm im Wasserglas in die Stadthistorie einzugehen.
Die sich nun abzeichnende Windstille kam bei einem "FDP-Bürgergespräch" im ehemaligen Kurzentrum auf war allerdings schon Wochen und Monate zuvor am Horizont erkennbar: Ein Hotelinvestor für das Areal am Stadtpark ist weit und breit nicht in Sicht. Womit die "Geschäftsgrundlage" für alle Überlegungen entfallen war. Zumal mit dem ehemaligen Kurhaus ein Gelände vorhanden wäre, das auch die Stadt gern vorrangig vermarktet sehen würde. Eine neue Anlage für den TC Rot-Gelb und MTV Brunonia am Tenniszentrum Westerode würde locker eine halbe Million kosten. Und dann wüsste auch niemand so recht, was mit dem Gelände am Rosengarten geschehen solle.
Sahnehäubchen
So machte es beim FDP-Bürgergespräch geradezu den Eindruck, als hätten alle nur darauf gewartet, beizudrehen und das Thema ad acta zu legen. Zunächst verkündete Jürgen Ramscheid die Kehrtwende für die CDU, dann avisierte Dr. Peter Brockhaus die gleiche Marschrichtung für die FDP, und MTV-Tennis- Vorsitzender Helmut Flaig berichtete von einem Gespräch mit der SPD, das ebenfalls in diese Richtung gegangen sei.
Da fehlte dann nur noch das Sahnehäubchen, das umgehend Wilhelm Paul als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe (KTW) servierte. Er kündigte an, dem Gremium die "unbefristete Verlängerung" des Pachtvertrages mit dem TC Rot- Gelb vorschlagen zu wollen mit dem "Verschwindepassus" (TC-Vorstand Klaus-Peter Mühlbrecht), falls dann doch noch einmal ein Investor vor der Tür stehen würde. Wobei er nachdrücklich an die Adresse skeptischer Nachbarn gerichtet betonte, dass dabei "von keiner Seite an Eigentumswohnungsbau gedacht" werde.
Mit einem Vertrag in der Tasche könne der TC Rot-Gelb in überfällige Sanierungsmaßnahmen investieren, kündigte 2. Vorsitzender Mühlbrecht an. Und Helmut Flaig konnte die Ansage der CDU mit nach Hause nehmen, dass die Sanierung der Plätze an der Planstraße Thema der nächsten Haushaltsberatungen sein werden.
Verblüffende Wendung
Zwischendrin jedoch nahm die Diskussion noch eine durchaus verblüffende Wendung, als Dr. Brockhaus den Gedanken einwarf, man könne das Tennisgelände am Stadtpark von den KTW auf die Stadt übertragen. Dies wäre eine "Arrondierung", nachdem der Kurbetrieb sich vom Kurzentrum getrennt habe und "ohnehin keine Liegenschaftsverwaltung" sei.
So richtig allerdings vermochte die Politik den Vorteil der Maßnahme nicht zu erklären. Der könnte letztlich auf Seiten des TC Rot-Gelb liegen, denn während die anderen Vereine auf städtischen Anlagen kostenlos ihrem Hobby frönen, müssen die Rot-Gelben Pacht und Nebenkosten berappen. Wäre die Anlage städtisch, so die sofort einsetzenden Überlegungen, müsse Gleichbehandlung geschaffen werden. Womit das sicher exklusive Grundstück für die Stadt eher zum Danaergeschenk werden würde.